Unkopierbar

Modul: 
Selbstkompetenzen im Design

Studiengänge: 
Kommunikationsdesign (B.A.), Craft Design (B.A)

Dozent: 
Laura Burchert, Christiane ten Hoevel, Prof. Dr. Andreas Lanig

Was verändert sich am Gestalten, wenn KI mitarbeitet, und welche Fähigkeiten brauchen Designer:innen gerade deshalb? Diesen Fragen gehen Studierende der DIPLOMA Hochschule im Projekt „UNKOPIERBAR“ schon im Grundlagenstudium nach.

Im Modul „Selbstkompetenzen im Design“ testen sie im ersten und zweiten Semester KI-Werkzeuge, vergleichen Arbeitsweisen und beobachten ihr eigenes Denken.

Ihre Präsentationen zeigen, wie daraus eine begründete Haltung entsteht: KI konstruktiv nutzen, ihre Vorschläge kritisch prüfen und die eigene gestalterische Verantwortung wahrnehmen.

Kristin bringt dazu eine Frage auf ihr Plakat, die auch die anderen Arbeiten berührt: „Wer gestaltet eigentlich noch?“
 

Kristin: Auch ein KI-Look ist eine Gestaltungsentscheidung

Auf Kristins Plakat zerfällt ein Gesicht zur Hälfte in violette Pixel. Der Eindruck einer maschinell erzeugten Gestaltung ist beabsichtigt.

Tatsächlich stammt nur das Porträt aus ChatGPT. Pixelfläche, Typografie und Komposition hat Kristin selbst gestaltet.

Kristins Plakat „Wer gestaltet eigentlich noch?“ zeigt ein halb verpixeltes Porträt. Daneben erklärt sie die selbst gestalteten Elemente und die erfundene KI-Prozentangabe. Mit KI verändertes Bild.

Dieser bewusste Umgang folgt auf einen Vergleich verschiedener Werkzeuge. Kristin testet Canva, ChatGPT, Adobe Firefly und Photoshop und erlebt dabei Erleichterungen ebenso wie Grenzen.

Schon der Wunsch, bestimmte Sommersprossen zu entfernen, erweist sich im KI-Dialog als schwierig. Kleine Korrekturen lassen sich von Hand gezielter erledigen.

Für Kristin gehört zum wirksamen Einsatz von KI deshalb, den passenden Arbeitsweg zu wählen und Ergebnisse selbst zu beurteilen. Auf ihrer Fazitfolie bringt sie es auf den Punkt: „Die Werkzeuge haben mir eine Menge Arbeit abgenommen. Die Entscheidung nie.“

Ihr Plakat übersetzt diese Erfahrung in eine visuelle Frage: Wie viel verrät das Aussehen eines Bildes tatsächlich über seine Entstehung?
 

Elena: Ein Gegenüber, das widersprechen darf

Elena nähert sich der Frage von einer anderen Seite. Beim alleinigen Arbeiten fehlt ihr manchmal jemand, der nachfragt oder eine vermeintlich schlüssige Idee infrage stellt. Deshalb erprobt sie KI als Sparringspartner.

Ihre anfängliche Vermutung, dadurch vor allem mehr Ideen zu entwickeln, rückt bald in den Hintergrund: „Die Ansätze kamen auch nicht von der KI. Ich habe sie selbst entwickelt und die KI als Resonanzraum genutzt.“

Bis zur klaren Aussage ihres Posters braucht es mehrere Entwürfe, Rückmeldungen und eine bewusste Pause. Elena erkennt, dass sie ihre Gestaltung schon vereinfacht hat, bevor der Inhalt präzise genug war.

Erst beim Ordnen ihrer eigenen Notizen findet sie den Kern: „Sie zeigt mir, was ich übersehe.“

Typografisches Plakat „Sie zeigt mir, was ich übersehe.“ Schwarze Flächen und ein pinker Punkt lenken den Blick; der Untertitel benennt KI als Sparringspartner.
Elenas Poster macht sichtbar, was sie von KI erwartet: Unterstützung beim genaueren Hinsehen. Die Ideen und die Verantwortung bleiben bei ihr.

Bis zur klaren Aussage ihres Posters braucht es mehrere Entwürfe, Rückmeldungen und eine bewusste Pause. Elena erkennt, dass sie ihre Gestaltung schon vereinfacht hat, bevor der Inhalt präzise genug war. Erst beim Ordnen ihrer eigenen Notizen findet sie den Kern: „Sie zeigt mir, was ich übersehe.“

Auf dem fast schwarz-weißen Plakat steht ein pinker Punkt für genau dieses leicht übersehene Detail. Die Aussage bewährt sich sogar am Entwurf selbst: Im Dialog wird Elena auf zwei versehentlich verwendete Schriftfamilien aufmerksam. Doch sie fordert auch inhaltlichen Widerspruch ein. Passt die gefundene Aussage wirklich zu ihrer Haltung – oder ist sie nur erleichtert, endlich eine Lösung zu haben?

„So habe ich im KI-Dialog meine Entscheidungen begründet, statt sie einfach nur bestätigen zu lassen“, berichtet Elena. Ihre Erkenntnis reicht über das einzelne Werkzeug hinaus: „Man muss bereit sein, sich selber zu hinterfragen, bessere Fragen zu stellen und unbequeme Antworten zuzulassen.“

Nathalie und Arthur: Schneller fertig – aber auch mehr gelernt?

Nathalie und Arthur vergleichen eine Aufgabe aus „Typografie 1“ mit und ohne KI-Unterstützung. Aus ihren Namen entwickeln sie typografische Identitäten.

Dabei untersuchen sie sechs Aspekte: Recherche, Ideenfindung, Zeitaufwand, Zufriedenheit, Frustration und gestalterische Handschrift.

In ihrem Versuch kommen sie mit KI schneller voran. Ohne KI erleben sie mehr Umwege, unbefriedigende Entwürfe und erneute Anläufe. Gerade darin erkennen sie jedoch einen Lerngewinn.

Nathalie beschreibt, dass man durch eigenes Ausprobieren, Scheitern und das Finden neuer Wege mehr selbst entwickelt. Der längere Prozess kann damit auch der intensivere Lernprozess sein.

Infografik „Designprozess mit und ohne KI“ mit zwei Paaren typografischer Entwürfe. Gelbe Linien verbinden Recherche, Ideenfindung, Zeitaufwand, Zufriedenheit, Frustration und gestalterische Handschrift. Mit KI verändertes Bild.
Die Infografik von Nathalie und Arthur verbindet ihre Entwürfe mit den Erfahrungen im Arbeitsprozess. Sie zeigt: Zeitgewinn, eigene Handschrift und Lernerfolg müssen gemeinsam betrachtet werden.

Ihre Konsequenz lautet nicht, auf Unterstützung zu verzichten. Sie wollen bewusster entscheiden, wofür sie diese einsetzen. „Man muss immer wieder die Ergebnisse bewerten und gegebenenfalls verändern“, hält Nathalie fest.

Gestalterische Grundlagen bleiben dafür entscheidend: Erst sie ermöglichen es, die Qualität eines Vorschlags zu erkennen und ihn gezielt weiterzuentwickeln.
 

Drei Arbeiten, eine Haltung: Die eigene Entscheidung zählt

Wer gestaltet also noch, wenn KI mitarbeitet? Kristin überlässt die Entscheidung nie den Werkzeugen. Elena lässt sich ihre Entscheidungen nicht einfach bestätigen, sondern begründet sie.

Nathalie und Arthur wollen bewusster entscheiden, wofür sie KI einsetzen. Am Ende zählt bei allen dreien die eigene Entscheidung.

Wer Gestaltung von Grund auf lernen und KI kritisch, kreativ und selbstbewusst einsetzen möchte, findet den passenden Studiengang im Studiengänge im Bereich Design & Medien. 

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