Ausgezeichnetes Craft-Design-Projekt: Schmuckkästchen von Annika Kistner gewinnt „Die Gute Form“
Tischler-Handwerk
Kategorie:
Gesellenstück
Studiengang:
Craft Design (B.A.)
Leitung:
Karina Michaelis
Projektbeschreibung
Mit ihrem Gesellenstück zeigt Craft-Design-Studentin Annika Kistner, wie sich handwerkliche Präzision, Materialverständnis und digitale Fertigung zu einem eigenständigen Gestaltungsansatz verbinden lassen. Ihr Schmuckkästchen in Form einer Handtasche wurde beim Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ der Tischlerinnung XXX mit dem 1. Platz ausgezeichnet.
Schmuckkästchen in Form einer Handtasche
Das prämierte Objekt interpretiert die Form einer Handtasche als hochwertiges Schmuckkästchen. Die Gestaltung greift Annikas persönliche Begeisterung für Handtaschen auf und überführt sie in ein Möbel- beziehungsweise Objektstück mit klarer handwerklicher und gestalterischer Haltung.
Gefertigt wurde das Schmuckkästchen aus Birnenholz. Im Zentrum der Konstruktion steht der bewusste Umgang mit dem Werkstoff Holz: Annika verzichtete weitgehend auf Metallbeschläge und klassische Scharniere und nutzte stattdessen die konstruktiven Möglichkeiten des Materials selbst.
Der Außenkorpus verfügt über eine gelaserte Flexwood-Struktur. Dadurch lassen sich sowohl die vordere als auch die obere Klappe über die Materialeigenschaft des Holzes beweglich ausführen. Im geschlossenen Zustand werden beide Klappen durch eingelassene Magnete dezent gehalten.
Auch der Innenkorpus ist konstruktiv durchdacht. Er ist herausnehmbar und wird präzise über konische Dübel in einer Nut des Außenkorpus geführt. Der bewegliche Tragegriff entstand in traditioneller Schlitz-und-Zapfen-Konstruktion und ist über einen Rundstab drehbar gelagert – ebenfalls ohne klassische Scharniere oder Beschläge. Sechs Schubladen mit handwerklich ausgeführten Schwalbenschwanzzinkungen vervollständigen das Objekt und unterstreichen die hohe Ausführungsqualität.
Vom Studieninhalt zur gestalterischen Praxis
Die Idee, mit einer Flexwood-Struktur zu arbeiten, entwickelte Annika im Kurs Materialkunde. Dort setzte sie sich intensiv mit den Eigenschaften flexibler Holzstrukturen auseinander. Die Umsetzung mittels Lasertechnik knüpft an Inhalte aus dem Kurs Modellbau an, in dem digitale Fertigungstechnologien als gestalterisches Werkzeug vermittelt werden.
Beide Lehrveranstaltungen wurden von Craft-Design-Dozentin Karina Michaelis begleitet. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Studieninhalte unmittelbar in anspruchsvolle Praxisprojekte einfließen und zu innovativen Lösungen im Handwerk führen können.
„Ich bin unglaublich stolz auf Annika und freue mich sehr über diese verdiente Auszeichnung. Besonders schön ist für mich zu sehen, wie Ideen und Methoden aus unseren Lehrveranstaltungen in einem so hochwertigen Gesellenstück zusammenfinden. Genau hier schließt sich der Kreis im Studiengang Craft Design: Aus Experimenten im Studium entstehen innovative Lösungen für die handwerkliche Praxis“, sagt Dozentin Karina Michaelis.
Der Studiengang Craft Design verfolgt das Ziel, traditionelle Handwerkskompetenzen mit Designmethoden, Materialforschung und digitalen Fertigungstechnologien zu verbinden. Das ausgezeichnete Gesellenstück von Annika Kistner macht sichtbar, welches Potenzial in dieser Verbindung steckt.
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