Typografie mit Haltung: Vanessa Fleischers Magazin „Rote Nelke“

Editorial Design im Modul „Typografie“

Thema: 
Magazin-Entwurf

Studentin:
Vanessa Fleischer

Studiengang
Kommunikationsdesign (B. A.)

Dozent
Prof. Dr. Andreas Lanig

„Dieses Magazin ist eine Auseinandersetzung. Mit Zeit, mit Widerstand und mit den Stimmen, die lange überhört wurden."

Mit diesen Worten beschreibt Vanessa Fleischer ihre Projektarbeit im Modul Typografie. 

Entstanden ist kein Magazin, das an der Oberfläche bleibt, sondern ein Editorial-Design-Projekt, das fragt, wem Zeit gehört, wer gesehen wird und wie Gestaltung Machtverhältnisse sichtbar machen kann.

Ausgedruckte und ausgeschnittene Buchstaben für den Titel Rote Nelken liegen mit Klebeband auf einer Schneidematte; die Montage verweist auf den handwerklichen Aufbau des Magazins.
Bevor das Heft spricht, wird Sprache gebaut. Schon in den ausgeschnittenen Buchstaben zeigt sich die Haltung des Projekts: Typografie ist hier nicht Verpackung, sondern Teil des Widerstands.

Mit Themen wie Arbeiterbewegung, Care-Arbeit, Audre Lorde, W.I.T.C.H., Riot Grrrl und Feminismus im Kontext von KI verdichtet „Rote Nelke“ historische Recherche zu einer klaren gestalterischen Haltung. Die „Rote Nelke“ wird dabei zum Symbol des Widerstands, die visuelle Sprache des Magazins wechselt zwischen Strenge, Zartheit, Protest und bewusster Reibung. So wird Typografie hier nicht nur lesbar, sondern spürbar.
 

Haltung als Fundament der gestalterischen Arbeit

Gerade darin zeigt sich, was Studierende im Typografie-Modul lernen: Inhalte recherchieren, komplexe Zusammenhänge strukturieren, Text und Bild in einen wirksamen Rhythmus bringen und daraus eine eigenständige publizistische Form entwickeln. Vanessa Fleischers Arbeit macht sichtbar, dass Typografie weit mehr ist als Stil. Sie ist ein Mittel, um gesellschaftliche Fragen präzise, emotional und zugänglich zu kommunizieren.

Geöffnete lila Doppelseite des Magazins mit der Überschrift Die Uhr, einer gezeichneten Uhr und einer laufenden Figur; die Szene verweist auf Zeitdruck und gesellschaftliche Machtstrukturen.
Zeit erscheint hier nicht neutral, sondern als Ordnungsmacht. Die Gestaltung übersetzt eine gesellschaftliche Frage in ein starkes Bild: Wer verfügt über Zeit - und wer trägt die Folgen ihrer Kontrolle?

„Zeit ist nicht einfach da, sie ist Macht."

Vanessa Fleischer

Und Vanessa formuliert den Kern ihres Semesterprojekts noch schärfer: „Die Frage ist nicht, ob wir gestalten, sondern wie.“ 

Auf einer Schneidematte liegen gestaltete Magazinseiten von Rote Nelken mit Riot-Grrrl-Motiven, Protestzitat und Werkzeugen; die Szene zeigt den analogen Entstehungsprozess eines feministischen Typografie Projekts.
Zwischen Cutter, Raster und Protestzitat wird sichtbar, worum es in Rote Nelken geht: Feministische Gestaltung will hier nicht gefallen, sondern Stellung beziehen. Wut wird nicht geglättet, sondern typografisch lesbar gemacht.

Wer sich für Kommunikationsdesign, Editorial Design, Social Design und ein Studium mit fachlicher Tiefe interessiert, bekommt mit Rote Nelken einen Einblick in eine Online-Lehre, in der Gestaltung nicht als Selbstzweck verstanden wird, sondern als Haltung mit Wirkung.
 

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