Aus den Studienbereichen

Vom Problem zur Plattform: Wie Social Design FAIRBINDEN.de weiterdenkt

Online, 04.02.2026

Als André Engel vor einigen Jahren begann, an der Idee von FAIRBINDEN.de zu arbeiten, war es zunächst ein sehr persönlicher Impuls: die Erfahrung, wie schwer es für Bildungsinitiativen ist, passende Fördernde zu finden – und umgekehrt. Projekte mit hoher gesellschaftlicher Relevanz scheitern oft nicht an Engagement, sondern an Sichtbarkeit, Struktur und Vertrauen.


Eine Idee aus persönlicher Erfahrung

Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Vision einer Plattform, die Fördernde und Bildungsprojekte gezielt zusammenbringt – fair, transparent und wirksam. Diese Gründungsidee bildete den Ausgangspunkt für ein Social-Design-Projekt im Studienbereich Design & Medien der DIPLOMA Hochschule.

Ziel war es nicht, ein fiktives Szenario zu gestalten, sondern eine reale Initiative weiterzudenken – mit echten Zielgruppen, realen Anforderungen und der Frage, wie Gestaltung gesellschaftliche Wirkung unterstützen kann.
 

Social Design als didaktisches Prinzip

Social-Design-Projekte sind im Fachbereich bewusst so angelegt, dass Gestaltung nicht als formale Übung verstanden wird, sondern als reflektierter Eingriff in soziale, kommunikative und systemische Zusammenhänge.

Die Studierenden analysieren Zielgruppen, entwickeln Positionierungen, entwerfen visuelle Systeme und überprüfen ihre Konzepte kontinuierlich auf Angemessenheit, Verständlichkeit und Umsetzbarkeit.

Projektleiter, Studiengangs- und Studiendekan Prof. Dr. Andreas Lanig formulierte diesen Anspruch im Rahmen der Abschlusspräsentationen deutlich: „Kommunikationsdesign ist immer auch Beratung. Es geht nicht darum, möglichst laut oder möglichst auffällig zu gestalten, sondern darum, zu verstehen, was in einem bestimmten Kontext hilfreich ist – und warum.“

Diese Haltung prägte auch das Projekt zu FAIRBINDEN.de.
 

Drei Perspektiven auf eine gemeinsame Aufgabe

Die Abschlusspräsentationen am 2. Februar zeigten eine große Bandbreite an gestalterischen Ansätzen.

Orientierung schaffen
Ein zentrales Motiv war die Frage, wie komplexe Zusammenhänge verständlich dargestellt werden können. In ihrer Arbeit entwickelte Charly ein visuelles Wirkmodell, das FAIRBINDEN.de als vermittelnde Instanz sichtbar macht und Ressourcen, Bedarfe, Akteur:innen und Wirkung grafisch miteinander verbindet. „Es geht darum, Projekte zu ermöglichen, Wirkung sichtbar zu machen und daraus ein tragfähiges Netzwerk entstehen zu lassen“, beschreibt Charly den Ansatz.

Vertrauen gestalten
Kinga und Alex setzten bei einer zentralen Herausforderung an: FAIRBINDEN.de richtet sich an sehr unterschiedliche Zielgruppen – von Stiftungen und Unternehmen bis hin zu sozialen Bildungsprojekten. Ihr gestalterischer Ansatz macht deutlich, dass Vertrauen nicht allein durch Funktionen entsteht, sondern vor allem durch Wahrnehmung.
„Unsere Aufgabe war es, eine Gestaltung zu entwickeln, die zugleich menschlich und professionell wirkt – und damit beiden Seiten gerecht wird“, so Kinga und Alex.

Vernetzung erzählen
Einen besonders erzählerischen Zugang wählte Jenny. Sie übersetzte die Idee der Vernetzung in eine leicht verständliche Metapher und entwickelte daraus ein visuelles System mit einem klaren Claim: „Wir verbinden, wir handeln, wir bewegen.“
Der Dreiklang bringt das Selbstverständnis von FAIRBINDEN.de prägnant auf den Punkt.
 

Gestaltung als Teil von Bildung

Für André Engel war das Projekt mehr als eine gestalterische Übung. Die Vision von FAIRBINDEN.de wurde durch die unterschiedlichen Perspektiven der Studierenden nicht nur visualisiert, sondern weitergedacht und kommunizierbar gemacht.

Damit steht das Social-Design-Projekt exemplarisch für das Selbstverständnis des Studienbereichs Design & Medien an der DIPLOMA Hochschule: Gestaltung wird hier als Teil von Bildung verstanden – als Mittel, gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren, zu strukturieren und weiterzuentwickeln.
 

Weiterdenken, weitergestalten

Das Projekt FAIRBINDEN.de ist eingebettet in die Lehre der design- und medienbezogenen Studiengänge der DIPLOMA Hochschule. Es zeigt, wie praxisnahe Lehre, gesellschaftliche Verantwortung und gestalterische Qualität zusammenwirken können.

 

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Vertrauen gestalten: Kinga und Alex entwickelten ein visuelles Erscheinungsbild, das die Idee von FAIRBINDEN.de in ein konsistentes Branding übersetzt. Logo, Farbkonzept und Printanwendungen verbinden Professionalität und Zugänglichkeit.

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