Leidenschaft, Strategie, Gestaltung: So sieht die Projektarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign aus
Online, 20. März 2026
Wie aus gestalterischen Grundlagen strategische, crossmediale und gesellschaftlich relevante Kommunikationskonzepte werden.
Im letzten Drittel des Bachelorstudiums Kommunikationsdesign an der DIPLOMA wird sichtbar, wie aus gestalterischen Grundlagen professionelle Kommunikationskonzepte werden. In Modul „Generalistische Fundamente des Kommunikationsdesigns“ verdichten sich Projektmanagement, Kommunikationskonzepte, Markenführung, Social-Media-Marketing, visuelle Informationsaufbereitung und barrierefreies Design. Direkt danach folgen die Vertiefungen, die Praxisphase und schließlich die Bachelorarbeit.
Persönliche und fachliche Entwicklung in virtuellen Ateliers
Was das in der Lehre bedeutet, war beim aktuellen Präsentationstag klar zu erkennen: Die Arbeiten sind keine isolierten Gestaltungsübungen, sondern kleine Studiokonstellationen aus Research, Positionierung, Storytelling, digitalen Touchpoints und argumentativer Verteidigung in der Kritik. Der Fachbereich Design & Medien beschreibt Erlebnislernen, kritische KI-Kompetenz und Social Design ausdrücklich als Teil seiner Lehre.
Gerade die Vielfalt der selbst gewählten Themen – von Markeninszenierung und Ausstellungskommunikation bis zu Empowerment und Naturschutz – machte diesen Studienabschnitt besonders greifbar.
Bei Monja und Marie wurde Weinmarketing zur Frage der Zugänglichkeit. Ihr Konzept „ViMo“ setzt dort an, wo viele Menschen überfordert vor einem vollen Weinregal stehen: Wein soll nicht elitär wirken, sondern emotional anschlussfähig werden. Der Markenkern lautet entsprechend: „Bei ViMo wird kein Fachwissen benötigt – nur ein Gefühl.“ Mit dem Claim „Matched jeden Mood“, farbcodierten Etiketten, einem variablen Logo und einer Website, die entweder über Mood-Gamification oder den Direktzugriff zum Produkt führt, übersetzten sie Markenstrategie in ein klar lesbares Nutzungserlebnis.
Menili entwickelte gemeinsam mit Katrin, Tamar und Luisa das Ausstellungskonzept „Waldgeflüster – Zwischen Wind und Wurzel“ für das Naturmuseum Winterthur. Das Motiv ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Kinder falten Origami-Bäume oder -Tiere, scannen sie ein und sehen sie anschließend in einer projizierten Waldlandschaft wieder – samt Wurzelnetzwerken, Nährstoffkreisläufen und Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren. Der Leitsatz „Der Wald funktioniert wie eine Familie – alles ist miteinander verbunden“ zeigt, wie komplexe ökologische Zusammenhänge hier kindgerecht und partizipativ übersetzt werden.
Kaffee und Kuchen im digitalen Studium
Mit „KuKa“ übersetzten Heidi, Zeinab und Catharina ein vertrautes Ritual in eine Marke der Entschleunigung. „Kurz gesagt, KUKA verwandelt den klassischen Kaffee- und Kuchenmoment in eine persönliche, emotionale Auszeit“, hieß es in der Präsentation. Die Stärke lag in der Verbindung aus ruhiger visueller Identität, Packaging und einer App, die nicht zuerst Produkte, sondern Stimmungen abfragt. Aus Stress, Müdigkeit oder Ruhe werden personalisierte Empfehlungen – digital, aber mit klarer haptischer Rückbindung. Aus dem Plenum kam dazu ein Kommentar, der die Wirkung treffend bündelte: „Die App sieht schon echt fertig aus.“
Cara und Janine zeigten mit „Boss Babe“, wie Kommunikationsdesign gesellschaftliche Rollenbilder direkt adressieren kann. Ihre Kampagne will Mädchen ab 16 Handwerksberufe als reale Zukunftsoption zeigen – nicht über moralisierende Appelle, sondern über ein crossmediales System aus Empowerment-Getränk, QR-Code, Workshops und Gamification. Der zentrale Satz lautete: „Wir möchten Mädchen genau in dem Moment stärken, in dem sie beginnen, an sich zu zweifeln.“ Visuell arbeitete das Projekt laut, kontrastreich und aktivierend, mit Aussagen wie „We’re not here to be pretty“ oder „Handwerk hat kein Geschlecht. Stärke auch nicht.“ Hier wurde Gestaltung als Kommunikationswerkzeug sichtbar, das Wissen, Emotion und Handlung systematisch miteinander verknüpft.
Andrea und Holger machten aus Vogelschutz eine Ermittlung. Ihre Kampagne „Vogelspur“ führt über Bodensticker, AR-Anwendung, Social Media, Faltplakat und Browsergame in eine Welt, in der Vogelsterben nicht abstrakt erklärt, sondern als Fall rekonstruiert wird. „Unsere User werden zu Ermittlern“, formulierte das Team. Genau dieser Perspektivwechsel trug das Projekt: aufklären, aktivieren, handeln. Eine Mitstudentin brachte die Wirkung im Feedback auf den Punkt und nannte den Beitrag „persönlich eine der stärksten wirklich, weil ihr auch uns so gut eingebunden habt“.
Betreuung im interdisziplinären Dozententeam
Wie ernsthaft diese Arbeiten entstanden sind, zeigte auch das Schlussfeedback. Christiane ten Hoevel betonte, in den Konzepten stecke „ganz viel Herzblut“. Sören Betker fasste zusammen: „Ich finde eure interaktiven Konzepte stark.“ Und Prof. Dr. Andreas Lanig hob hervor, die Beiträge seien gerade deshalb so überzeugend gewesen, „weil ihr so präsent wart mit eurem Thema, an dem ihr gewachsen seid: Eben weil ihr etwas sagen wolltet.“ Genau das beschreibt die fachdidaktische Qualität dieser Studienphase: Gestaltung wird nicht nur produziert, sondern begründet, überprüft und im Diskurs geschärft.
Wer Kommunikationsdesign studieren möchte und ein Format sucht, das gestalterische Praxis, strategische Tiefe und ortsunabhängiges Lernen verbindet, bekommt hier einen sehr konkreten Eindruck davon, wie die Arbeit an der DIPLOMA im letzten Drittel des Studiums aussieht.
Das Fernstudium Kommunikationsdesign ist 100 Prozent online und flexibel organisiert, umfasst 180 ECTS in sieben Semestern und richtet sich deshalb auch an Menschen, die sich weiterqualifizieren möchten, ohne ihren Lebensmittelpunkt aufzugeben. Studentin Monja beschreibt genau diesen Vorteil so: Sie wollte sich weiterbilden, „ohne dabei meine Heimat verlassen zu müssen“.
Lena, Nadine und Juliane zeigen mit ihrem Festivalprojekt, wie aus einem gesellschaftlich aufgeladenen Thema ein durchgängiges Kommunikationssystem wird: von Merchandising und Leitsystemen bis zur Social-Media-Inszenierung einer fiktiven Marke.
Menili übersetzt ökologische Zusammenhänge in eine anschauliche Bildsprache: Die Skizze zeigt exemplarisch, wie im Studium komplexe Inhalte so verdichtet werden, dass daraus ein verständliches und visuell tragfähiges Vermittlungskonzept entsteht.
Hannah, Lea und Dominika entwickeln mit „NextDoorFest“ eine visuelle Identität, die Begegnung und kulturelle Vielfalt kommunikativ verdichtet. Das Plakat steht exemplarisch für ein Projekt, in dem Gestaltung, Storytelling und gesellschaftliche Fragestellu
Cara und Janine verbinden in „Boss Babe“ Markenentwicklung, Kampagnenlogik und gesellschaftliche Haltung: Ihr Projekt zeigt, wie Kommunikationsdesign Mädchen darin bestärken kann, Handwerksberufe als eigene Zukunftsperspektive zu sehen.
Andrea und Holger setzen auch im Abschlussmotiv ihres Projekts ein klares Zeichen: „Vogelspur“ verbindet gestalterische Stringenz, spielerische Aktivierung und ein deutliches kommunikatives Anliegen zum Vogelschutz.