Aus den Studienbereichen

Forschung durch Design: Die Zusammenarbeit von Studierenden mit KI im Kommunikationsdesign

Online, 4. April 2026

Wie verändert künstliche Intelligenz das Kommunikationsdesign – und was passiert dabei mit Denken, Gestaltung und Autorschaft?

Im Studiengang Kommunikationsdesign wurde diese Frage in den Abschlusspräsentationen nicht oberflächlich, sondern grundständig und systematisch bearbeitet. Ausgangspunkt war dabei nicht der Tool-Effekt, sondern die Designmethodik: Phasenkonzepte, Prozessreflexion, Metakognition und die bewusste Frage, wo Gestaltung beginnt und wo der KI-Einsatz endet. Genau das ist der Kern des Projektbriefings „Unkopierbar – Die kreative Signatur als Haltung im KI-Zeitalter“, das die Studierenden dazu anleitet, KI-Techniken und Technologien nicht nur anzuwenden, sondern methodisch zu durchdringen. 

Dabei haben wir unseren Fokus auf die Autonomie des Menschen im Umgang mit der KI gelegt, weil künstlich generierte Inhalte sowohl im Studium als auch im Alltag wieder identifizierbar werden sollten.

Victoria und Charly – Studierende

Besonders prägnant wurde das in den Beiträgen von Victoria und Charly sowie von Daniela und Len. Victoria und Charly rückten den Begriff „Autonomie“ ins Zentrum – verstanden als „eigene Entscheidungen“, „eigene Prozesse“, „nachvollziehbar“ und „selbstreflektiert“. 

Daniela und Len verdichteten ihre Erkenntnisse in Sätzen, die den Ton des gesamten Abends trafen: „Gestaltung bedeutet Auswahl, nicht Generierung“ und „Unkopierbar ist nicht das Ergebnis, sondern der Umgang damit.“ In diesen Aussagen zeigt sich, was die Studierenden im Projekt gelernt haben: 

Gestaltung ist kein passives Prompten, sondern ein reflektiertes Entscheiden, Verwerfen, Weiterentwickeln und Begründen.

Viele Projekte spiegelten dabei eine Form von Forschung durch Design wider. Die Studierenden nutzten Kampagnen, Kennzeichnungssysteme, Erklärmedien, Comics oder Guides nicht nur als Artefakte, sondern als Mittel, um Fragen zu untersuchen: Wie transparent muss KI-Nutzung sein? Wie verändert KI kreative Prozesse? Und wo beginnt das Phänomen des Deskilling – also der Verlust eigenständiger gestalterischer und kognitiver Fähigkeiten? 

Wir nutzen KI-generierte Bilder in der Kampagne, um die Grenzen von KI sichtbar zu machen, denn nicht die Qualität ist der Unterschied, sondern die Bedeutung, der Kontext und die Intention.

Lena, Isabel und Lorena – Studierende

Eine Frage aus den studentischen Arbeiten bringt diese Sorge auf den Punkt: „Verlernen wir durch KI das eigenständige, reflektierte Denken?“ Andere Gruppen formulierten daraus eine neue professionelle Rolle: „Unsere Rolle in diesem Prozess war die der Editorin und Creative Directorin.“ KI beschleunigt, aber Richtung und Ziel bleiben eine menschliche Entwurfsleistung.

Methodische Forschung nach dem Sechs-Phasen-Modell

Didaktisch besonders wertvoll war, dass die Studierenden ihre Arbeits- und Kreativprozesse systematisch mit dem Sechs-Phasen-Modell reflektiert und in den Präsentationen sichtbar gemacht haben. So rückten nicht nur Ergebnisse, sondern die Bedingungen ihres Entstehens in den Fokus. Genau darin liegt eine Stärke der Grundlagenlehre im Online-Studium: Präsentieren wird hier zum Teil des Lernprozesses. Die Studierenden gaben sich präzises, konstruktives Feedback und lernten, ihre Entscheidungen sprachlich und visuell zu begründen. Wie Dozentin Christiane ten Hoevel im Feedback treffend formulierte: „Es geht nicht darum, dass alles perfekt läuft, sondern wie wir es reflektieren und wie wir es auffangen.“ Diese Haltung macht sichtbar, wie systematisch sich der Studiengang Kommunikationsdesign mit KI im Designprozess auseinandersetzt – nicht als Trend, sondern als reflektierte Grundlage zeitgemäßer Designlehre.

Wir haben uns im besten Sinne solide, also fundamental damit beschäftigt, wie KI unsere Gestaltungsprozesse und Denkprozesse verändert.

Prof. Dr. Andreas Ken Lanig

Gerade darin lag die Stärke vieler Beiträge: Die Studierenden nutzten KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Anlass, Gestaltungsprozesse neu zu untersuchen. Forschung durch Design wurde sichtbar, wenn Kampagnen, Kennzeichnungssysteme, Flyer, Videos oder Comics nicht nur Produkte waren, sondern Mittel, um Fragen zu erforschen: Wie transparent muss KI-Nutzung sein? Welche Entscheidungen bleiben menschlich? Und was geschieht, wenn kreative Routinen durch Automatisierung abgeschwächt werden? Das Thema Deskilling – also der mögliche Verlust eigener gestalterischer und kognitiver Routinen – war dabei ebenso präsent wie die Frage nach Haltung und Verantwortung.

Betreuung im interdisziplinären Dozententeam

Wie ernsthaft diese Arbeiten entstanden sind, zeigte auch das Schlussfeedback. Christiane ten Hoevel betonte, in den Konzepten stecke „ganz viel Herzblut“. Sören Betker fasste zusammen: „Ich finde eure interaktiven Konzepte stark.“ Und Prof. Dr. Andreas Lanig hob hervor, die Beiträge seien gerade deshalb so überzeugend gewesen, „weil ihr so präsent wart mit eurem Thema, an dem ihr gewachsen seid: Eben weil ihr etwas sagen wolltet.“

Die Rückmeldungen machten deutlich, dass Kommunikationsdesign heute nicht nur die Fähigkeit braucht, gestaltete Ergebnisse zu zeigen, sondern ebenso die Fähigkeit, Ziele, Begründungszusammenhänge und Lernprozesse sprachlich präzise darzustellen. Gerade im Online-Studium wurde sichtbar, wie stark sich eine Feedbackkultur entwickeln kann, wenn Studierende einander ernsthaft, wertschätzend und zugleich analytisch begegnen.

Das Modul „Selbstkompetenzen im Design" im zweiten Semester bietet einen konkreten Einblick in die Arbeit an der DIPLOMA für alle, die Kommunikationsdesign studieren möchten und ein Format suchen, das gestalterische Praxis, strategische Tiefe und ortsunabhängiges Lernen vereint. 

Das Fernstudium Kommunikationsdesign bietet 100 Prozent Online-Studium und eine flexible Gestaltung. Es umfasst 180 ECTS-Punkte in sieben Semestern und richtet sich daher an Personen, die sich weiterqualifizieren möchten, ohne ihren Lebensmittelpunkt zu wechseln. Studentin Monja betont diesen Vorteil besonders: Sie wollte sich weiterentwickeln, „ohne dabei meine Heimat verlassen zu müssen“.

 

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