Erste Alumni Edition von „Gute Arbeit!“
Online, März 2026
Mit der ersten Alumni Edition der Reihe Gute Arbeit! hat der Studienbereich Design & Medien ein Format eröffnet, das Alumni und aktuelle Studierende gezielt miteinander ins Gespräch bringt. Bereits in der Ankündigung war der Abend als Einladung zum Austausch über Berufswege, Selbstständigkeit und Positionierung nach dem Studium angelegt. Genau das wurde nun konkret erfahrbar: anhand zweier sehr unterschiedlicher, aber inhaltlich eng verbundener Perspektiven auf künstlerische Praxis und unternehmerische Existenz.
Alumna Eva Czajkowski zeigte am Beispiel ihrer Stadtportraits, wie aus einer persönlichen künstlerischen Überzeugung ein eigenständiges Profil und daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen kann. Ihre Arbeiten verbinden Illustration, Reisen, Genuss, Papeterie und lokale Kooperationen.
Das Vernetzen ist absolut essentiell. Und ich glaube, wenn Kreative zusammenkommen, dann sprühen die Funken.
Eva Czajkowski
Positionierung als Kern der unternehmerischen Tätigkeit als Designerin
Es wird deutlich, dass Eva Positionierung bewusst als Kundenmagnet versteht und ihre Stadtporträts nicht nur als künstlerische Arbeiten, sondern auch als Akquise-Kanal, Portfolio-Aufbau und regional verankertes Produktkonzept begreift. Förderantrag, Printprodukte, Vertrieb, Sichtbarkeit und Netzwerk erscheinen hier nicht als Gegensatz zur Gestaltung, sondern als Teil ihrer Praxis.
Kreative Technologie als Ausdruck einer Haltung
Kyle T. Webster ergänzte diesen Blick aus der Perspektive der digitalen Werkzeuge. Der international bekannte Brush-Entwickler, heute bei Procreate, machte anschaulich, wie sich aus experimenteller Illustration und technischer Präzision ein eigenes Berufsfeld entwickeln kann.
There’s a happiness to it, there’s a joy to it, a lightness to it that makes you feel good.
Kyle T. Webster
Seine Procreate-Brushes sind nicht nur Tools, sondern Ausdruck einer künstlerischen Haltung: Digitale Medien sollen sich intuitiv, lebendig und experimentell anfühlen. Dass ein großer Teil seiner Texturen aus Heidelberg stammt, verlieh dem Beitrag zudem einen überraschend lokalen Bezug.
Besonders stark war, dass der Abend nicht beim Zuhören stehen blieb. Im Workshop-Teil wurden die Impulse direkt praktisch erprobt: Kyle führte eine einfache GIF-Animation in Procreate vor, anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an eigenen Versuchen weiter.
You actually managed to teach me something today.
Chi, Studentin
So wurde sichtbar, worauf der Studiengang inhaltlich zielt: auf konkrete gestalterische Handlungsfähigkeit – und damit immer auch auf unternehmerische Handlungsfähigkeit. Gestaltung wird hier nicht nur als Formgebung verstanden, sondern als Fähigkeit, eine eigene Position zu entwickeln, Werkzeuge souverän einzusetzen, Projekte in reale Kontexte zu übersetzen und sich professionell im Feld zu bewegen.
I never tried out so many different brushes. Usually I always use the same brushes, but I think I'll get more into it. Also, I have never done an animation in Procreate, so thanks for teaching me that.
Katrin, Absolventin
Dass dieser Weg eng mit dem Studium verbunden ist, brachte auch Andreas Lanig in der Moderation zum Schluss noch einmal auf den Punkt: Der Abend habe beispielhaft gezeigt, wie ein Weg „durchs Innere nach außen“ verlaufen kann – also von der eigenen künstlerischen Orientierung hin zu einer professionellen, sichtbaren Praxis.
Gelungene Premiere der „Alumni Edition“
Die besondere Qualität dieser ersten Alumni-Veranstaltung lag gerade darin: Floriane Woodleys begleitende Sketch Notes machen diesen Prozess nicht nur als Dokumentation eines gelungenen Abends anschaulich, sondern auch als Bild dafür, wie sich künstlerische Haltung, Designpraxis und berufliche Perspektive aus und in einem kreativen Online-Studium miteinander verbinden.
Sketchnote von Floriane Woodley zu Eva Czajkowskis Einblick in Stadtportraits, Akquise und künstlerische Selbstständigkeit.