Duft in der Nase – Gedanken im Kopf – ein Glückskeks

Text: Menili Litzel 

Ich sitze in meinem Lieblings-Chinarestaurant mit einem wohlig warmen, vollen Bauch und vor mir liegt ein aufgebrochener Glückskeks. In meiner Hand halte ich den dazugehörigen Zettel, auf dem steht:
„Drei große Grundlagen für das Glück in diesem Leben sind: etwas zu tun, etwas zu lieben und etwas zu hoffen.“ Joseph Addison. 
Darüber muss ich erst einmal nachdenken. 

Ich hatte immer das Gefühl, dass Glück ein großer Zustand ist, ein Ziel, eine letzte Stufe auf einer Treppe, die ich im Leben erklimmen kann. Allerdings kommt mir während ich hier sitze und den hin- und herschwimmenden Kois im Aquarium zusehe, ein Gedanke. Sind es nicht doch eher viele kleine Situationen, die in unseren privaten Glücksmessbecher fallen und diesen immer weiter füllen? Diese Vorahnung führt mich zu meinen alltäglichen Situationen. Was tue ich, um glücklich zu sein? Menschen zum Lachen bringen? Kreativ sein? Eine Familie versorgen? Was von diesen Dingen tue ich, weil ich sie liebe? Meine Kinder umarmen, in Pfützen springen und mit Pastellkreiden malen? 
Welche von diesen Dingen, die ich tue und liebe bergen eine Hoffnung? Das Studium mit Erfolg abschließen? Meine Kinder umarmen, mit ihnen in Pfützen springen und hoffen, dass sie ein schönes Leben haben werden? Ja, denke ich, das macht mich glücklich. 
Während ich hier sitze den Fischen beim Schwimmen zusehe, mit vollem Bauch, wohlig warmem Gefühl im Herzen und dem Glückskeks vor der Nase, denke ich: 
„Ja, das ist Glück!“ 
 

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Illustration Menili Litzel

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Glückskekse